Bei Wahlparty des Frauenbunds geben Kreistagskandidatinnen aller Listen Auskunft über Ziele

Veröffentlicht am 18.02.2008 in Regionalpolitik

Altenstadt. (dob) "Frauen sollen in der Kommunalpolitik ein stärkeres Gewicht bekommen, deswegen brauchen wir mehr Frauen in zukunftsentscheidenden Gremien." Das zumindest fordern jetzt Frauen, die in der gesellschaftspolitischen Bildungsarbeit des Katholischen Frauenbundes mitarbeiten.

Bei einer Wahlparty im Gasthaus "Schlosswirt", organisiert von Bezirksleiterin Angela Bodensteiner, gaben Kreistagskandidatinnen aller Listen d Auskunft über ihre Ziele in der Politik. Die Besucher forderten in der Diskussion Unterstützung im Kreistag für "brennende" Themen, wie Kinderbeförderung in Schulbussen oder Handymasten innerhalb eines Wohnbaugebietes, ein.

Deftige Sprüche

Ein Bestandteil des Abends waren deftige Sprüche gegen das "starke Geschlecht". Dazu hatte der Frauenbund die "Schrägschrauben" Monika Helmstreit und Regina Diegel in den Rittersaal eingeladen.

Für den ersten Hit "Jetzt platzt es aus mir raus, ich erzieh' meine Kinder nicht alleine" bekam das Kabarettpaar begeisterten Applaus und der Rat "Zu viel Hausarbeit schlägt auf die Potenz" löste allseits Gelächter aus. " Zum Abschied gab es aber dann doch noch ein versöhnliches Lied: "Ja, ja wir lieben euch, ihr Machos".

Nachdem in der ersten Runde jeweils eine von den Frauen bestimmte Sprecherin jeder Liste die Schwerpunkte ihrer Arbeit vorstellte, durften die folgenden Kandidatinnen der gleichen Partei nur noch ein zweiminütiges Statement abgeben. Den Auftakt machte die Sprecherin der FDP/UW, Hannelore Ott.

Nachfolgend präsentierten sich Annette Karl (SPD), Sonja Pausch (Grüne), Rita Wiesend (ÖDP), Sieglinde Schärtl (CSU) und den Schluss machte Rosi Sammet von den Freien Wählern.

Weiter von der Partie waren Elisabeth Schreml (FDP/UW), Anita Floth, Maria Sauer, Dagmar Mittelmeier (alle SPD); Dr. Barbara Kindl, Renate Kellner und Sonja Hammer-Kölbl (alle ÖDP); Petra Dettenhöfer, Dr. Gabriele Hagemann, Maria Färber, Lotte Hofmann und Christa Kick (alle CSU).

Früher sei es undenkbar gewesen, dass sich Frauen politisch einmischten. "Heute haben wir sogar eine Bundeskanzlerin", sagte Martha Bauer, Vorsitzende des Altenstädter Frauenbund-Zweigvereins, als Leiterin der Diskussionsrunde. Eine Zuhörerin meinte, dass sie zwar begeistert sei vom sozialen Engagement der Frauen, das diese als Arbeitsschwerpunkt angäben, aber sie müssten sich auch gehörig bei der Geldvergabe und bei den Finanzen einmischen, appellierte sie an alle.

Inhaltlich gäbe es sowieso keine männliche oder weibliche Themendomäne in der Politik, sondern nur "eine gute oder schlechte Politik", meinte Annette Karl. Die überfüllten Schulbusse in weiterführende Schulen nach Weiden und Neustadt/WN waren ein weiteres Thema, das Andrea Lang aus Pleystein ansprach.

Sie nannte es "eine untragbare Situation". In Privatautos würden die Kinder mit bestmöglichen Sicherheitssystemen transportiert, aber im Schulbus dürften drei Kinder auf einem Zweiersitz Platz nehmen. Gibt es niemand, der sich dafür einsetzt?", hinterfragte sie. Die SPD-Landratskandidatin gab der besorgten Mutter den Rat, den politischen Druck zu erhöhen und eine Elterninitiative zu gründen.

Dr. Barbara Kindl erntete für ihren Einwand, das Geld für den Transrapid zu sparen und lieber für die Kinder einzusetzen, tosenden Applaus. "Mit dem Durchschneiden von Fahnerl kommt man halt eher in die Zeitung", kritisierte sie den Straßenbau des Landkreises. Rita Wiesend "will schauen, wo des Geld, das der Landkreis zwischenzeitlich wieder mehr besitzt, hingeht".

Gabi Senger-Peischl wollte wissen, ob sich die Kandidatinnen für eine gentechnikfreie Zone einsetzen. Bei diesem Thema hofft die CSU auf die große Lobby des Bayerischen Bauernverbandes, der sich dafür stark mache. Christa Kick brach eine Lanze für den Kauf von regional erwirtschafteten und hergestellten Produkten, die garantiert frei von schädlichen Stoffen sind.

Unterschriftenaktion

Der Funkmast auf einem Stadel mitten im Vohenstraußer Stadtgebiet an der Pleysteiner Straße hätte von Landkreisseite verhindert werden müssen, meinte eine Betroffene. Dr. Kindl berichtete von der Unterschriftenaktion, die sie vor ungefähr zwei Jahren startete, damit der Bau einer Mobilfunkanlage im jeweiligen Bebauungsplan aufgenommen werde.

Nur unter massivsten Einsatz sei es ihr gelungen, die für Vohenstrauß geforderte zehn Prozent-Hürde bei den Unterschriften zu schaffen. Bayernweit unterlag die Forderung ihrer Partei allerdings.

aus oberpfalznetz.de

 

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