Hohe Abrecherquote muss ein Umdenken in der Bildungspolitik herbeiführen

Veröffentlicht am 28.01.2008 in Bildung

Beim Arbeitsgespräch "Wirtschaft und Arbeit - Chancen für die Nordoberpfalz" war auch eine Thema die Bildungspolitik. In seinen Ausführungen ging Wolfgang Eck, Geschäftsführer der IHK Regensburg auf dieses Thema ausführlich ein.

Für ihn sei besonders beängstigend, dass 20 Prozent der jungen Nordoberpfälzer keine berufliche Qualifikation – Schulabschluss, Lehre, Studium – erfolgreich abschlössen. Dies offenbare grundsätzliche Schwächen des ganzen Bildungssystems. Die Lehrinhalte der Schulen seien zu wenig auf die Bedürfnisse des Wirtschaftslebens zugeschnitten: „Wenn ich mit Unternehmern und Schulleitungen spreche, gewinne ich den Eindruck, dass die Schulen ein Eigenleben führen und in einer anderen Zeit leben als die Wirtschaftsbetriebe.“

Eck plädierte außerdem für eine Stärkung der Hauptschulen und die verstärkte Einbindung der Gemeinden in die Planung und Organisation des Schulwesens, so dass gezielt auf die örtlichen Bedürfnisse eingegangen werden könne. Die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises zeige Licht- und Schattenseiten. So „boome“ der Maschinenbau, und fast die Hälfte der Erzeugnisse gehe in den Export, womit der Kreis über dem Landesdurchschnitt liege. Die Konjunktur im Handel sei demgegenüber unbefriedigend; 2007 seien die Geschäfte untypischerweise im zweiten Halbjahr (Weihnachtsgeschäft!) schlechter gegangen als im ersten. Um der hierin sichtbaren Kaufzurückhaltung gegenzusteuern, sei es nach Ecks Ansicht dringend geboten, durch „positive Berichterstattung“ gezielt eine „konsumfreundlichere“ Stimmung zu erzeugen.

Die von SPD-Landratskandidatin Annette Karl aufgeworfene Frage, wie man den mit 3,5 Prozent sehr niedrigen Anteil an Hochschulabsolventen unter den Beschäftigten erhöhen könne, beantwortete Jürgen Spickenreuther, der Vorsitzende des Wirtschaftsclubs Nordoberpfalz, mit einem Hinweis auf die Prägung der Region durch Handwerk und produzierendes Gewerbe. Dieses biete derzeit nur in begrenztem Maße Arbeitsplätze, die auf Akademiker zugeschnitten seien. Doch immerhin blieben 80 Prozent der Absolventen der Fachhochschule (FH) Weiden-Amberg in der Region.

Jenen, die keine Stelle fänden, könne ein offensives Regionalmarketing helfen, das innerhalb wie außerhalb der Nordoberpfalz auf das hiesige „Fachkräftereservoir“ aufmerksam mache. Eine Chance auch für die Nordoberpfalz biete deren Einbeziehung in eine sich vielversprechend entwickelnde „Metropolregion Nürnberg“. Doch sollten um der Zukunft unserer Region willen so viele junge Menschen wie möglich hier gehalten werden, weshalb die regionalen Unternehmen zu ermuntern seien, nach Kräften Ausbildungsplätze einzurichten.

Dem Problem der Jugendarbeitslosigkeit widmete sich Horst Ott, Hauptsekretär der IG Metall in Amberg. Er beklagte die Situation, dass unsere Gesellschaft den gleichen jungen Menschen, die bei Verletzungen der Schulpflicht bestraft würden, mit Gleichgültigkeit begegne, wenn sie nach der Schulzeit Arbeit suchen: „Dann heißt es: Wir brauchen dich nicht.“ Ausbildungsbereite Unternehmen müssten finanziell belohnt werden, was etwa durch Umlagen geschehen könnte, die von nicht ausbildenden Betrieben abzuführen wären. Um Jugendlichen ohne eigenes Kfz den Zugang zu Lehrstellen zu erleichtern, müsse auch der öffentliche Nahverkehr verbessert werden.

„Mir geht das Messer in der Tasche auf, wenn man in München einen millionenschweren Transrapid plant, während hier keine Chance besteht, ohne Auto von einem Ort in den anderen zu gelangen“, ärgerte sich Ott. Viele Politiker umwürben die ländlichen Regionen nur im Vorfeld von Wahlen, konzentrierten sich im Übrigen aber weitestgehend auf die „Metropolen“.

Bericht Dr. Bernhard Pigsa

 

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